Samstag, 9. Juli 2016

"F-Day" - Fotografen erobern die Normandie...Oder Fotoreise nach Nordfrankreich 2016 - Teil 2


3. Tag: 

Wir sind am Morgen in Cherbourg losgefahren.  Unser Ziel ist das "Wunder des Abendlandes" - Der Mont St. Michel. Die Geschichte des Klosterberges reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück und als Wallfahrtsort gelangte der Ort Berühmtheit. Durch "Google Maps" bzw. durch Frank geleitet, sind wir nicht den "Touristenpfaden gefolgt, sondern auf ein Gehöft gefahren, das den oben zu sehenden Blick ergab! Einfach der Hammer! 

Jetzt war guter Rat teuer! Wir hatten den Leuchtturm von "Cap Frehel" auf dem Zettel, aber die Wettervorhersage war sehr schlecht, doch wie so oft sollte das Wetter am Leuchtturm Phasen von Trockenheit ergeben und so entschlossen wir uns dorthin zu fahren. Das war auch eine gute Entscheidung, denn wir konnten eine Regenpause für Fotos abpassen. 

Von dort ging es noch weitere 180 km nach Brest, wo wir zwei Tage bleiben wollten, um die weiteren Locations anzufahren. 

Wer es wieder etwas lockerer angehen will, fährt zwar heute ebenfalls Mont-St. Michel an, sucht sich dann aber als nächstes Ziel die Austernhauptstadt der Bretagne, Cancale aus. Hier kann man Austern verköstigen, wie es auch schon Julius Cäsar und Ludwig XIV taten. Nach diesem Besuch kann man entweder nach St. Malo zurückfahren oder sich eine Unterkunft in der Region suchen. 


4. Tag: 

 
Am vierten Tag ist das Wetter ja mal richtig mies gewesen! Dennoch haben wir uns entschlossen, in westlicher Richtung die beiden Leuchttürme "Phare de Kermovan" und "Phare du Petit Minou" anzufahren. - Das war auch eine goldrichtige Wahl, denn wir haben bei beiden Locations ein paar Regenpausen für tolle Fotos nutzen können.


Beide Anlagen sind sicher die Highlights der Tour. Es ergeben sich verschiedene Perspektiven für Bilder und bei besserem Wetter hätte man sicher auch zum Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang herrliche Aufnahmen machen können. 

Zwischen den beiden Locations liegen nur etwa 15 km und man kam auch relativ nah an die Anlagen heran bzw. musste nicht das Equipment kilometerlang durch Wiesen, über Felsen oder durchs Unterholz schleppen...

Auch wenn man es etwas lockerer angehen lässt, sollte man für diese Gegend zwei Tage einplanen. Auf der Fahrt könnte man am Cap Frehel Station machen, wie wir es getan haben. Bei entsprechendem Seegang sind die ca. 70 Meter hohen Klippen hinter dem Leuchtturm ebenfalls ein toller Anblick. 
Die Stadt Brest bietet sich als Ausgangsort an, da es von hier nur ein "Katzensprung" zu den genannten Locations ist. Ggf. bliebt ja auch noch Zeit, das Umland und die Strände zu besuchen. 


5. Tag: 


Für uns war der fünfte und letzte Tag eigentlich schon der Abreisetag, denn es lagen ca. 1500 km allein bis nach Bonn vor uns. Es bestand also die Wahl zwischen zwei Locations, von denen wir noch eine anfahren wollten. 

In Frage kam "das Haus zwischen den Felsen", das Ihr oben seht oder  "Perros Guirec", ein Ort, der wegen seiner rosafarbenen Granitfelsen am Meer und einem Leuchtturm ebenfalls sehr bekannt ist. Wir entschlossen uns für ersteres, hatten aber wieder mal allgemein Pech mit dem Wetter und im Besonderen dann mit dem Schicksal, denn als der Regen aufhörte, trafen in diesem Moment Handwerker mit einem großen weißen LKW auf, den sie genau vor der Eingangstür parkten! 


Gut, einfach umdrehen und schon ergibt sich das nächste Motiv! Es gibt sicher noch andere zu entdecken, aber wir hatten schließlich noch die Rücktour nach Hause vor der Nase... 

Wer sich mehr Zeit in der Region nimmt, besucht sicher diesen Teil der Bretagne und unternimmt eine Fotowanderung. Sehenswert ist aber sicher auch der Ort Ploumanac´h mit seinem schönen Strand und den rosafarbenen Granitfelsen. Man kann dort den "alten Zöllnerpfad" begehen und sich bizarre Felsgebilde, wie "Napoleon´s Hut" oder den "schlafenden Hasen" ansehen. Auch die gesamte Küste und der dort befindliche Leuchtturm sind sicher ein oder zwei Fotos wert. 

Wer jetzt noch immer nicht genug hat, kann noch ca. 130 km nach Süden fahren, in das Department "Finistere".  Auch hier finden sich schöne Motive, die einen Besuch lohnen könnten!?...


Fazit: 
Die Fahrt mit Olaf und Frank hat mir einen großen Spaß gemacht und wir haben viel gelacht! 
Vielen Dank, Jungs! Es war ein echt tolle Fahrt mit Euch!!!
Ich habe viele hundert Bilder mit nach Hause gebracht, die ich erst so nach und nach sichten und bearbeiten kann. 
Obwohl wir Ende Juni / Anfang Juli gefahren sind, hatten wir mit dem Wetter zu "kämpfen". Wir hatten doch immer Glück, dass sich kurzen Regenpausen ergaben, in denen wir unsere Fotos machten. Wäre dem nicht so gewesen, hätten wir orts- und zeittechnisch nicht wirklich einen "Plan B" gehabt! 
Das, die Übernachtung zu organisieren und die einzelnen Etappen bringen mich zu der Empfehlung, dass man sich mehr Zeit für diesen schönen Teil Frankreichs nehmen sollte. Ich habe versucht Euch entsprechende Hinweise zu geben und möchte mich zuletzt auch bei Hans Altenkirch bedanken, der uns bei der Vorbereitung geholfen hat und dessen Hinweise ich auch bei meinen Postings verwendet habe! 

- Ende Teil 2 - 

 
 




Freitag, 8. Juli 2016

"F-Day" - Fotografen erobern die Normandie...Oder Fotoreise nach Nordfrankreich 2016 - Teil 1


Ich habe mir lange überlegt, ob ich einen Bericht zu den jeweiligen Tagen schreibe oder ob ich diesen Post zum Anlass nehme, eine Übersicht zu geben und so anderen Fotografen Tipps geben zu können, die das Reiseziel mal "auf dem Zettel haben" sollten. Da mein lieber Fotografenkumpel und Initiator dieser Reise, Olaf sehr gute Berichte über die einzelnen Tage auf seinem Blog veröffentlicht hat, entschied ich mich für die zweite Variante! 

Bei der Planung dieser Reise sollte man sich bewusst sein, dass die Fahrt etwa vom Rheinland bis an die westliche Spitze der Bretagne etwa 1500 km lang ist. Das erfordert zum einen, eine genaue Tagesplanung mit der ungefähren Anzahl der Fotospots und der Dauer an den Locations und den jeweiligen Übernachtungsmöglichkeiten. Frank, der zweite Reiseteilnehmer, hat dank seiner Erfahrung und einer durchgehenden Internetverbindung, die Hotelübernachtungen organisiert, was wir ansonsten vorher oder vor Ort mit großem Zeitverlust hätten machen müssen. Ihm gebührt daher mein ganz besonderer Dank!
Wer überlegt, diese Reise zu unternehmen, sollte sich dessen bewusst sein und vor allem (im Gegensatz zu uns) mehr als eine Woche einplanen. Man kann auch überlegen, die Anfahrt (etwa durch einen Flug) zu "verkürzen" und einen Mietwagen zu nehmen. 
Wer es also etwas "lockerer" angehen will, der findet in "blau" geschrieben, alternative Empfehlungen! 

1. Tag: 


Die erste Etappe der Reise von etwa 150 km führte von Bonn nach Lüttich. Diese Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten, doch wir hatten uns den Hochgeschwindigkeitsbahnhof von Lüttich-Guillemins, der von dem berühmten katalanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde, ausgeguckt. 


Der Bahnhof Liège-Guillemins wurde als Teil des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes für Thalys- und ICE-Züge 2009 in Betrieb genommen. Auf 5 Bahnsteigen mit 9 Gleisen werden täglich rund 500 Züge abgefertigt. Auffälligstes Merkmal des Gebäudes ist das 200 Meter lange Dach, das sich 40 Meter hoch aufschwingt. Eine Fassade im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Das Dach ist zu beiden Seiten offen. 

Leider hat es an diesem Tag fast durchgehend geregnet und der Dreck auf den Stahlträgern hat mich doch auch etwas "abgeturnt"!

Nach einer Kaffeepause ging es dann ca. 550 km (!) weiter nach Frankreich, genauer gesagt nach Le Havre, wo wir kurz im Hotel eincheckten und dann noch nach "L´Etretat" gefahren sind. Ein kleiner Ort an dem man neben der Strandpromenade zwei Felstore und Steinformationen bewundern kann, die es schon Alexandre Dumas und Claude Monet angetan haben.  



Wie bereits oben erwähnt ist die zweite Etappe doch sehr lang. Es gibt die Möglichkeit eine Station vorher Halt zu machen, etwa an den Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs oder der Stadt Rouen.  Rouen ist die Hauptstadt der oberen Normandie und besonders durch ihr pittoreskes Stadtzentrum bekannt. Beim einem Rundgang durch die "Stadt der hundert Kirchtürme", wie sie einst genannt wurde, kann man manche Fotos machen. Die Kathedrale Notre-Dame, der weltbekannte Uhrturm "Gros Horloge" und der alte Marktplatz, auf dem die Jungfrau von Orleans verbrannt wurde, sind nur einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

2. Tag: 



Die Fahrt am zweiten Tag ging an die Stränden, an denen die Invasion 1944 stattgefunden hat, den Soldatenfriedhof am Omaha-Beach und das Cap de la Hague mit dem gleichnamigen Leuchtturm. Ein Hotel haben wir dieses Mal in Cherbourg gebucht, das tourmäßig gut liegt, aber den Charme der 70-er Jahre versprüht. Das Bier ist ein Alptraum, aber das ist eine andere Geschichte!



So imposant auch die Anlage ist, so bedrückend ist das Gefühl, dass man als halbwegs fühlender Mensch hat, wenn man an den Gräbern der fast 9000 Soldaten vorbeigeht, die hier beerdigt wurden. 


Da hatte der Friedhof und die dazugehörige Kirche aus dem 14. Jahrhundert einen anderen Charme und war uns als Zwischenstopp auf der Fahrt zum Leuchtturm willkommen. 


Am Kap von La Hague (man kommt auch an der gleichnamigen Wiederaufbereitungsanlage vorbei!) haben wir zünftig gegrillt und danach unsere Aufnahmen gemacht. Ein sehr gelungener Tag, aber es sollten noch weitere Highlights kommen!

Wer es ruhiger haben möchte, könnte an diesem Tag von Rouen aufbrechen und nach L´Etretat fahren. Danach wäre ein Halt an der größten Schrägseilbrücke Europas denkbar, der Pont de Normandie. Das eigentliche Ziel könnte "Honfleur" sein, ein hübscher Fischerort an der Mündung der Seine. Viele Künstler haben sich hier niedergelassen und bescherten Honfleur den Aufstieg zum noblen Seebad. 



- Ende Teil 1 -

Mittwoch, 15. Juni 2016

" Non Photoae sed Vitae!" - Wieder was gelernt oder #ichkanndasfotonichtmehrsehen -Oberstdorfer Fotogipfel 2016


Auweia! Jetzt bringt der Doc zum x-ten Mal sein Mallorca-Foto! Nein, das kann doch nicht sein! 

Nein, liebe Blogleser!

Dieses ist mein Bericht zum Wochenende beim "Oberstdorfer Fotogipfel 2016" und zur Tatsache, dass man immer wieder etwas dazulernen kann!...

Aber schön der Reihe nach! Ich habe zum Wettbewerb der Firma "CEWE" mit dem Motto: " So sehe ich Europa" mein Bild eingereicht und war natürlich stolz, dass es unter die prämierten Bilder kam und so in Oberstdorf ausgestellt wurde. Ich habe mich dann auch am Samstagmorgen auf die etwas schwierige Suche gemacht und fand das Bild dann doch irgendwann! - Naja! Ich muss gestehen, dass das, was ich dort sah und das, was ich im Kopf und in den letzten Monaten auf dem Monitor hatte, doch etwas von einander abwichen! 

Zwei Dinge wurden mir dadurch und durch die Erfahrungen der nächsten Tage schmerzlich bewusst: Erstens ein Bild sollte ordentlich bearbeitet sein, wenn es für einen großen und hochauflösenden Druck geeignet sein soll und zweitens sollte ein gutes (Landschafts-) Foto entweder durchgehend oder an den interessanten Stellen scharf sein! Die Rede ist also von der Schärfentiefe!

Wie war das noch mal?! Was beeinflusst die Schärfentiefe im Bild? Die Brennweite?! Die Blende?! Der Abstand zum Objekt?! - Alles Antworten sind richtig und ich muss gestehen, dass mir das hier erst wieder durch die Erfahrungen der nächsten Tage, den Workshop und die gemeinsame Fototour mit Frank Fischer "schmerzlich" bewusst wurde! 


Am Samstag, dem 11.06.2016, dem einzig schönen Tag des Fotowochenendes in Oberstdorf, wie sich später zeigen sollte, hatte ich einen Workshop zu Langzeitbelichtungen in der Breitachklamm bei Frank gebucht. 

In der theoretischen Einführung vor unserer Tour erklärte uns Frank den beliebten "Live Composite"- Modus der OM-D von Olympus und zeigte uns Bilder, die er vor allem mit dem Ultraweitwinkel von Olympus, dem 7-14 mm (14-28 mm - Kleinbildformat) geschossen hatte. 


Ich habe mich bei seinen Schilderungen echt gefragt, wie er bei den einzelnen Frames auf Werte von unter fünf Sekunden gekommen ist und habe daher fälschlicherweise immer die Werte der bis dato vor allem verwendeten Objektive mit höherer Brennweite und höherer Blendenzahl zugrundegelegt. 


Ihr werdet jetzt sicher lachen, aber ich habe trotz kürzerer Brennweite immer noch versucht, die Blende zu schließen, um eine größere Schärfentiefe zu erzielen, was bei dem Motiv letzlich nicht notwendig ist. Will sagen, dass ich bei kürzeren Brennweiten auch bei offenerer Blende ein scharfes Bild erzielen und die Frames beim "Live Composite" kürzer halten kann (Wir lassen jetzt mal so etwas wie "Hyperfokale Entfernung" außer Acht!)...


Vielleicht klingt das für den Einen sehr kompliziert und für den Anderen geradezu lächerlich, aber ich musste es mir erst einmal wieder verdeutlichen und daher bin ich sehr froh über diese Erfahrung!. 


Ich habe ganz vergessen zu erzählen, dass der Workshop und die Tour durch die Breitachklamm einfach superklasse waren! Manche Bilder, die ich gerade am Ende der Strecke gesehen und im Kopf abgespeichert habe, ließen sich leider nicht so auf Fotos bannen! Wer die Klamm selbst mal abgeht, wird sicher verstehen, was ich meine! 


Am nächsten Tag, der Regen hatte ein paar kurze Pausen eingelegt, hatte ich die Gelegenheit mit Frank Fischer und einem weiteren "Visionary" von Olympus Markus Hulliger auf eine Fototour aufs Nebelhorn zu gehen bzw. zu fahren! 

Das war wirklich ein tolles Erlebnis mit den beiden sehr sympathischen und professionellen "Kollegen" fotografieren zu dürfen und genau hier war es auch, wo ich bei einem Einsatz des neuen Filterhalter am Ultraweitwinkel das oben beschriebene "Aha-Erlebnis" hatte! 

Die blöden Gesichter der Wanderer, die uns entgegenkamen und mich ansahen, der ich die 400 Höhenmeter von der Mittelstation bis in den Ort zurück mit einem Fototrolley im Schlepptau absolvierte, werde ich auch nicht vergessen! ;)


 Am Abend besuchte ich dann noch einen Vortrag von Frank Fischer, in dem er zeigte, wie und warum er mit einer Olympus-Kamera fotografiert und Bilder aus seinem Archiv zeigte. Da waren ein paar schöne Geschichten dabei und Bilder, die ich so sicher nie zu Gesicht bekommen hätte. Ein weiteres echtes Highlight!

Als ich dann um 22:30 Uhr mit "leichtem" Muskelkater in den Beinen zurück zu meiner Pension stolperte, staunte ich nicht schlecht über die obige Szenerie! Ja, so ist das wohl in Orten wie diesem! 



Am nächsten Tag noch schnell die Regenpause genutzt, um zum Christlesee zu fahren, um ein paar Bilder zu machen und dann ging es auch schon wieder nach Hause...

Ja, das war mein persönlicher "Oberstdorfer Fotogipfel"! - Tolle und sympathische Menschen getroffen, neue und alte Dinge gelernt und Erfahrungen gesammelt! Dazu gehört auch, wie Schatten zum Licht, der Spruch: "Was?!...Das Bild vom Leuchtturm?! Boah, das kann ich echt nicht mehr sehen!" - Ich musste schmunzeln!

Mal sehen, wie das Programm vom "Oberstdorfer Fotogipfel" für 2017 aussieht!?
 

Donnerstag, 26. Mai 2016

"Arbeiten wie die Profis (machen lassen!)" - Oder auch Photoshop für Doofe - Teil 2


Heute geht es um meine Erfahrungen mit der Bildverarbeitung, darum dass man auch seine Grenzen kennen sollte und dass man sich auch fremde Hilfe holen kann, wenn man dennoch zu einem guten Ergebnis kommen möchte.

Ihr wisst, dass ich meine Bilder über Lightroom CC verwalte und in aller Regel auch bearbeite. Ihr habt auch schon in diesem Posting erfahren, wie mich das "Hexenwerk" Photoshop CC schier um den Verstand gebracht hat! 

Dann will ich Euch mal berichten, was mir widerfahren ist und wie ich letztlich vorgegangen bin. 
Ich hatte für ein Shooting verschiedene Ideen im Kopf. Unter anderem wollte ich eine Szene in dem metallenen Aufzug im Haus fotografieren. 


Jo, das ist die Ausgangslage! Fotografiert bei Tages- bzw. Kunstlicht und im Aufzug zusätzlich noch eine Dauerlicht mit einer blauen Folie als Effektlicht. - Bitte ohrfeigt mich das nächste Mal, wenn ich versuche eine Mischlicht-Situation zu beherrschen!. - Danke! 

Dem "Detailverliebten" sei gesagt, dass das Foto bei einer Brennweite von 12 mm (KB 24 mmm), einer Blende von f 3,2, einer Belichtungszeit von 1/60 Sekunde bei ISO 1000 aufgenommen wurde. 


Okay, da saß ich nun an meinem Computer und merkte bei der bewährten Bearbeitung in Lightroom, dass ich nicht das Ergebnis erzielen würde (siehe erstes Bild!), das ich mir vorgestellt hatte. Das Ganze "hin und her" mit Beautyretusche, Lampen und Schmutz verschwinden lassen, Lichtstimmungen und Reflexionen erzeugen, konnte ich auch bei meinem zweiten Angriff auf das "Hexenwerk" nicht meistern!...

Ich brauchte professionelle Hilfe, denn ich wollte die 20 Bilder, die ich mir herausgesucht hatte, jetzt nicht für immer und ewig in der Versenkung verschwinden lassen!. Also fragte ich zunächst in Foren oder bei anderen Fotografen nach, aber leider wollte oder konnte mir niemand weiterhelfen. Da erinnerte ich mich an Auschreibungen in der Modelkartei, wo Bildbearbeiter ihre Dienste anbieten!  

"Holla-die-Waldfee!" Ich habe nicht schlecht gestaunt bei meinen ersten Anfragen, was das Bearbeiten meiner Bilder betraf. Da wurden entweder gar nicht geantwortet oder erst einmal von Stundensätzen fabuliert, die manchen Anwalt die "Tränen in die Augen getrieben" hätten! 

Dann stieß ich auf Stefan Braas von WesterArt , einen Fotografen und Retuschekünstler aus dem schönen Westerwald. Stefan hat mich mit seiner freundlichen und professionellen Art hervorragend beraten und mir verschiedene Möglichkeiten des Vorgehens vorgeschlagen. Nachdem er mir dann ein Bild exemplarisch bearbeitet hatte, sind wir uns einig geworden und ich war von den Ergebnissen begeistert. 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Stefan´s Homepage oder seine Facebook-Seite besucht, wo Ihr ihm gerne auch ein "Gefällt mir" hinterlassen könnt.

Also, wieder was gelernt! Wenn man nicht weiterweiß, ist es nicht schlimm, wenn man sich Hilfe holt. Das Ergebnis ist das, was zählt. Ich hätte das so in der Art nicht hinbekommen und vielleicht habe ich ja in Zukunft Lust, mal ein Composing zu machen und da werde ich sicher wieder auf Stefan zurückkommen!

Wie sind denn Eure Erfahrungen zu Anbietern von Bildbearbeitung? Freue mich über Kommentare!

Sonntag, 8. Mai 2016

"Sie ist ein Model und sie...hat was drauf!" - Oder: Praktische Aktfotografie Teil 2


Im ersten Teil habe ich Euch bereits erzählt, wie ich ein Shooting "umsetze". In diesem Posting soll es nicht darum gehen, dass ich immer noch schrecklich aufgeregt bin und kaum was essen kann, wenn der Tag des Shooting gekommen ist, sondern ich möchte Euch erzählen, warum das Model eine ganz entscheidende Rolle spielt, warum es vielleicht Sinn macht, Geld in die Hand zu nehmen und das Modeln anstrengend sein kann...


Gut! Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Freundinnen und Bekannte, aber auch viele Models, die auf TfP-Basis arbeiten, nicht von jedem x-beliebigen (also mir!) Fotografen halbbekleidet oder nackt fotografieren lassen... Es ist aber auch so, dass neben einer generellen Abneigung häufig die Gelassenheit oder Erfahrung (nennt es, wie Ihr wollt) fehlt, sich auf die Bildidee einzulassen und eine Umsetzung zu "erlauben". 

Dazu kommt, dass ich es mir "einfach" mache, ich habe verschiedene Sets und Ideen und dabei sooo viel im Kopf, dass ich mir einfach nicht die Zeit nehmen will, eine bestimmte Pose und (ganz wichtig!) einen bestimmten Blick, der dazu passt, herauszuarbeiten. 

Ich habe festgestellt, dass es mir viel leichter fällt, vergleichbar mit einem Regisseur, die Interpretation des Models zu sehen. Die Fotos sind dann einzelne Szenen, die ggf. auch sehr gut sind und mich überraschen und / oder ggf. noch von mir verändert werden...


Seien wir doch mal ehrlich, dass verlangt zum Einen Fantasie, zum Anderen aber vor allem eine gewisse Erfahrung. Das betrifft nich nur die oben genannte Umsetzung, sondern das Abrufen von verschiedenen Posen, die sich das Model mit der Zeit angeeignet hat. 


Ich bin bei den letzten Malen echt "baff" gewesen, was ich angeboten bekam und will allen, die hinter der Kamera stehen, auch einmal sagen, dass das "Arbeit" ist, was Models während eines mehrstündigen Shootings zeigen. Es erfordert Konzentration und auch Kondition in dieser Zeit für einen Fotografen den "Hampelmann" zu machen. Ich habe allergrößten Respekt!

Das alles zusammengenommen, war auch der Grund, dass ich (und ich kann auch nur für mich sprechen!) bereit war, für die Arbeit der Models zu bezahlen. Das mag in diesem Fall nicht verwundern, aber ich hätte am Anfang auch für die Portrait- oder Lifestyle-Bilder lieber mal etwas Geld ausgegeben, dann wäre meine Lernkurve vielleicht etwas anders verlaufen...

Und mit Geld bezahlen, meine ich nicht die "Miezen", die meinen, dass gutes Aussehen und zwei Staffeln "GNTM" ausreichend sind, dass Fotografen für ihre Arbeit bezahlen! 

Aber weiter im Text! Wie läuft das nun ab!? Da "Klein-Helmi" also kein berühmter Fotograf ist und somit nicht von Anfragen überschüttet wird oder sich haufenweise Models auf seine eigenen Anfragen in den sozialen Netzwerken melden, hat er sich einen Account in der "Modelkartei" zugelegt! 

Das "Was" und das "Wie" in der "Modelkartei" zu beschreiben, würde sicher den Rahmen des Postings sprengen, aber hier kann ich "Jobauschreibungen" aufgeben oder auf welche antworten. Mit der Zeit bekommt man so eine Ahnung, ob der Preis in Ordnung ist bzw. ich entscheide, ob mein Budget für die Umsetzung meiner Idee ausgegeben wird oder nicht...

Das soll es an dieser Stelle mal gewesen sein! 

Ich möchte mich an dieser Stelle aber bei den Models, mit denen ich schon arbeiten durfte und mit denen ich noch arbeiten werde, bedanken. Ich habe Hochachtung und Respekt vor Eurer Arbeit und hoffe, dass es noch viele schöne und produktive Shootings gibt....

Und vielleicht kann ich iiiirgendwann mal davor etwas essen! ;) 

Samstag, 16. April 2016

Bericht zur "PROVOCATIVE KUETTNERSTYLE WORKSHOP-TOUR APRIL 2016" - Oder: "Rocking Grandma´s House!"


Michael Kuettner ist ein Fotograf, den ich schon einige Zeit "auf dem Schirm habe"! Mir gefallen seine Arbeiten sehr und natürlich hat mich die Frage beschäftigt, wie er seine Aufnahmen macht. Da war es natürlich genial, als ich erfuhr, dass auf er auf seiner Workshoptour auch hier in der Nähe Station macht...


In einem "kleinen Kaff" zwischen Bonn und Köln traf ich um zwei Uhr zunächst die anderen fünf Teilnehmer des Workshops und Michael selbst. Ich kann Michael nur als sympathisch und sehr autentisch bezeichnen und so erzählte er uns auch von sich und seiner Art der Fotografie. Es gibt keine große "Kamerawaffe" oder ein ausgefeiltes "Blitzgewitter" und dennoch hat er es geschafft, einen Stil zu entwickeln, der einem entweder gefällt oder nicht...

 Als wir in die "Location" gingen, dachte ich, mich trifft der Schlag! Die Hütte war sooo retro, dass es schon wieder cool war! In dieser Location gab es dann mehrere "Sets", an denen uns zwei ebenfalls sehr sympathische und hoch professionelle Models zur Verfügung standen, so dass wir nach der entsprechenden Einleitung durch Michael genügend Zeit hatten, Bilder im "Kuettnerstyle" mit vorhandenem Licht und Dauerlicht zu machen. Zwischendurch stand uns Michael immer wieder mit Rat und Tat zur Seite, gab wertvolle Hinweise oder lud zum Experimentieren ein. Es machte einfach einen Riesenspaß!!!

Ich muss sagen, dass mein größtes Aha-Erlebnis in den kleinen Tipps lag, die mir Michael gab und im Einsatz einer Dauerlichtlampe. Das habe ich noch nie gemacht und gerade das doch sehr einfache Arbeiten, wenn es um die Setzung von Lichtakzenten ging, machte das Fotografieren wieder zum Mittelpunkt und nicht das Haddern mit zu viel oder zu wenig Licht...


Die Models leisteten wirklich "Schwerstarbeit" und blieben dennoch immer präsent. Ich kann den Beiden nur meine Achtung und Bewunderung aussprechen. Nachdem wir Fotografen eine Pause eingelegt hatten und die Models das Outfit wechselten, ging es dann mit Systemblitzen und einer Videoleuchte an die nächsten Szenen. 

Ich denke mal, dass es vielen Fotografen so geht, dass das, was wir Im "Kuettnerstyle" ausprobierten, auf gaaar keinen Fall gemacht werden sollte! BULLSHIT! Mir gefiel, was ich sah und das ist schließlich die Hauptsache! 

Das einzig "Doofe" ist, dass ich jetzt wieder ein paar Dinge unbedingt haben musste, um das Gelernte demnächst mal wieder umzusetzen. Nein, im Ernst! Darauf freue ich mich schon sehr! 

Wem die Arbeiten von Michael Kuettner gefallen und wer auch einmal etwas über seine Arbeit erfahren möchte, dem kann ich nur dringend raten einen seiner Workshops oder Shootingtouren zu besuchen!. Es lohnt sich auf jeden Fall! 




Sonntag, 3. April 2016

"Filter-Fiasko-Teil 10: "Ein Ring sie alle zu knechten" - Oder Adapter für das Olympus M.Zuiko 7-14mm f2.8 - UPDATED!!!


Hurra! Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines supertollen Weitwinkelobjektives von Olympus...
und schon stellt sich in meiner beliebten Reihe "Filter-Fiasko" die Frage, wie und womit ich ggf. bei diesem Objektiv ND-Filter verwenden soll...
Der Ausgangspunkt war, dass ich zunächst einmal meine 10 x 10 cm Plattenfilter und den Filterhalter von Lee weiterverwenden wollte. Bei meiner Suche stieß ich schließlich auf folgendes Produkt, das genau das versprach! 


 Ich habe mir diesen Ring bzw. das entsprechende Kit bestellt und da die Herstellung und Lieferung aus den Niederlanden erfolgt, wurden die Sachen auch schnell geliefert. Zusätzlich erhielt ich noch einen (ich denke mal) Moosgummiring, den ich nach Anleitung in den Adapter einklebte.


Soweit so gut! Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, kann man beim Anbringen eigentlich nichts falschmachen und der Ring sitzt ziemlich fest auf dem Objektiv. Lediglich der Moosgummiring kann sich verschieben, aber das liegt wohl eher an meinem grobmotorischen Vorgehen beim Anbringen! 


Als nächsten Schritt habe ich dann die zum Kit gehörenden Halterungen an meinem Filterhalter montiert. Der Filterhalter wird von Hause aus mit kürzeren und längeren Schrauben geliefert und so war es kein Problem die kleinen Schrauben zu nutzen. 

Ja und jetzt kam der spannende Moment! Wird es durch den Ring oder durch den Filterhalter Abschattungen im Randbereich geben oder nicht?! - Die folgenden drei Bilder zeigen die Einstellungen bei 7, 8 und 9 mm Brennweite (also 14, 16 und 18 mm bezogen auf das KB). 




Wie Ihr sehen könnt, zeigen sich (auch wenn man den Filterhalter rotiert) bei 7 und 8 mm leichte Abschattungen in den Ecken. Ich denke mal, dass man mit diesem Ergebnis leben kann. 


Was man aber leider sagen muss und das kann man auf diesem Bild halbwegs erkennen, dass es aufgrund des Schlitzes zwischen ND-Filter und Halter, insbesondere bei 7 mm, wenn die Frontlinse am weitesten vornesteht, zu Streulicht und damit zu ordentlichen Reflexen auf den Bildern kommen kann. Ob sich das Ganze durch eine Abschirmung, etwa mit einer Tülle oder einem Schlauchschal verhindern lässt, müssen die praktischen Einsätze zeigen...

Fazit: Ich denke mal, ohne dass ich umfangreiche Praxiseinsätze gemacht habe, dass das System als "Übergangslösung" ganz in Ordnung ist. Würde ich es weiterverwenden wollen, müsste ich mir aber wohl einen zweiten Filterhalter kaufen, denn ich habe keine Lust, mit einem Uhrmacher-Schraubendreher jedes Mal die Halterungen zu tauschen, wenn ich diese Kombination verwende und dann bei einem anderen Objektiv drei Einschübe brauche oder den Polfilter-Aufsatz. 
Ich warte ab, wie die Bildergebnisse sind. Davon mache ich es abhängig, ob der zweite Filterhalter gekauft wird oder ob ich auf ein System mit 15cm-Platten- bzw. Haltersystem umsteige...

UPDATE vom 11.04.2016: 




Liebe Blogleser!

Gestern hatte ich die Gelegenheit den Filterhalter mit dem 7-14, 2.8PRO zu testen. Das Ergebnis war ziemlich enttäuschend! Das erste Bild wurde mit 8 mm aufgenommen (f16, 1/200s, ISO200). Beim zweiten Bild habe ich den Adapter und den Lee-Filterhalter aufgesetzt und war mir sicher, dass er richtig sitzen würde. Zusätzlich kam dann der ND 3.0-Filter von "Haida" zum Einsatz und siehe da! Vielleicht saß der Adapter nicht richtig und der Plattenfilter daher gekippt in der Halterung...Egal! Das (zweite) Bild sah aus, wie aus einer Lochkamera! Unscharf und verschwommen trotz gleicher Einstellungen und lediglich verlängerter Verschlusszeit von 18 Sekunden. Das Ganze wurde natürlich auch auf dem dritten Bild nicht besser, wo ich mit "Life-Composite" gearbeitet habe und mehrere Minuten belichtet habe...

Nur nebenbei sei bemerkt, dass ich dieses Mal keinen Schlauchschal oder ähnliches dabei hatte, um das Streulicht zwischen Filterhalter und -platten abzuschirmen. Holla, die Waldfee! Die "Flares", wenn man nett ist, waren echt unansehnlich!...

So ein Mist! Ich werde mir wohl doch das andere System zulegen müssen!